Gemeinde Turnow-Preilack
Sehenswertes
In beiden Orten ist in den vergangenen Jahren mit Initiative der Einwohner viel Neues entstanden, wurde das Dorfbild verschönert. Zahlreiche Einfamilienhäuser wurden in Lückenbebauung in die Ortslagen integriert bzw. in den Baugebieten „Am Eichengrund“ Preilack und „Am Kanal“ Turnow errichtet. Ebenso entstanden moderne Gemeindezentren und die Jugendtreffs, Straßen wurden ausgebaut und modernisiert.
Ganzjährig sind die sorbischen Bräuche und Traditionen in der Gemeinde lebendig. Die typischen Feste wie Fastnacht, Osterfeuer, Pfingstbaum aufstellen oder Hahnrupfen/Erntefest werden in beiden Orten gefeiert und dabei auch die sorbisch/wendische Tracht getragen.
Ob Dorf-, Vereins- oder Familienfest- in den Gaststätten der Gemeinde und im Landhotel sind Gäste jederzeit herzlich willkommen.
Empfehlenswert ist die Gemeinde Turnow-Preilack auch als Ausgangspunkt für Fahrradtouren durch das Peitzer Land, in den Spreewald und entlang der Radwanderfernwege. Die nahegelegenen Wälder sind besonders im Herbst beliebtes Ziel vieler Pilzsammler, bieten aber zu jeder Zeit Erholung und Entspannung.
Die Holländerwindmühle
Wahrzeichen der Gemeinde Turnow ist die in einiger Entfernung vom Dorfzentrum gelegene Holländerwindmühle. Als markantes Gebäude ist die Mühle von der B 168 zu sehen und der Spree-/ Gurken-Radweg führt unmittelbar an ihr vorüber. Sie besitzt zwar keine Flügel mehr, dafür einen in der Region einzigartigen Siloanbau.
Die Holländerwindmühle von Turnow 
Das, was unser Bild von einer Mühle prägt, wurde der Turnower Holländerwindmühle in den 1930-ern abgenommen: die vier gewaltigen Flügel, die zur optimalen Ausnutzung des Windes mit verstellbaren Jalousien und Leinwandklappen ausgerüstet waren. Mit der Stromleitung hielt der Fortschritt Einzug bei den Müllersleuten, die Zeit der Petroleumlampen war vorbei. Elektromotoren ersetzten fortan die Kraft des Windes. Notwendig war die Demontage auch, weil an die Mühle ein Getreidesilo angebaut werden sollte. Seither ist die Turnower Mühle etwas Besonderes: Als einzige der Region besitzt sie einen solchen Siloanbau. Damals bekam sie auch eine steinerne Haube, nachdem der Holzdrehkranz, der die Flügel gegen den Wind drehte, nicht mehr gebraucht wurde.
Die Geschichte der Mühle reicht zurück in die Mitte des 19. Jh. Nachdem zuvor bereits zwei hölzerne Mühlen auf dem Galgenberg abgebrannt waren, ließ ein Peitzer Mühlenmeister 1858 eine massive Holländerwindmühle bauen, die 1870 um ein Sägewerk erweitert wurde. Nach wechselnden Eigentümern erwarben 1894 Ernst und Pauline Dubrau die Mühle und begründeten die noch heute hier ansässige "Müllerdynastie".
In vierter Generation ist ihr Urenkel Ernst Dubrau Mühlenbesitzer. Er führt auf Voranmeldung gern Besucher durch den Ziegelsteinbau mit seiner altertümlichen und voll funktionsfähigen Technik. Bis 1976 mahlte die Mühle für die umliegenden Dörfer. Seitdem wird wegen des zu hohen Aufwandes kein Mehl mehr gemahlen, doch mehrmals in der Woche wird für den Tierpark Cottbus, Kleintierhalter und einen Reiterhof geschrotet, meist ist der Dienstag ein Mühlentag.
Jede Etage der Mühle ist voll mit Zahnrädern, Riemengetrieben und Schneckenwerken, die gesamte Technik wird regelmäßig gepflegt und gewartet. Insbesondere Walzen und die tonnenschweren Mühlsteine müssen immer wieder geschärft werden. Ersatzteile werden selbst angefertigt. Neben der Technik gibt es noch mehr zu entdecken: Turmfalken und Schleiereulen nisten im Gemäuer und Störche auf dem Stangenhorst vor der Mühle.
Wer eine Führung mit Ernst Dubrau erlebt hat, weiß hinterher alles über Mehl und Schrot, Bock- und Holländerwindmühlen und die Mühlensprache und wird die Probefahrt im über 100-jährigen Fahrstuhl in schöner Erinnerung behalten.
Führungen: Mai bis Oktober (auch an Wochenenden) nach telefonischer Vereinbarung
Kontakt: Tel. : 035601/31670 oder 0172/3789921
email: Ernst.Dubrau@gmx.net
