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  Enthüllung der Gedenktafel für Familie Schmelz aus Peitz

Rede des Bürgermeisters Jörg Krakow

Am Vorabend der 80. Jährung der Reichspogromnacht wurde die Gedenktafel für Familie Schmelz an der Gubener Straße / Ecke Markt 7 enthüllt.

Familie Max und Jenny Schmelz war eine Peitzer Familie jüdischen Glaubens die am 3. März 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde und nach ihrer Ankunft als „vermisst“ galten. Sie wohnten am Markt 8 und hatten dort ebenfalls ein Textilgeschäft im Erdgeschoss, welches im Rahmen der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 geplündert wurde.

In Gedenken an die Familie Schmelz soll an diesem Standort eine Gedenktafel auf einem Findling errichtet werden.

Der Gedenkstein der Familie Schmelz

Auszug aus der Broschüre „Das Leben und Schicksal der jüdischen Einwohner von Friedland, Lieberose und Peitz“ mit Beiträgen von: Inga-Johanna Putz, Stefanie Reinke, Florian Reinke, Susanne Rothe, Andreas Weigelt
Herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land, welche Bürgermeister Jörg Krakow in seiner Rede erwähnte:  

 Max Schmelz wurde am 8. Dezember 1891 in Ober Lazisk (Kreis Pleß, heute Polen) geboren. Er hatte mindestens drei Geschwister, 2 Brüder und 1 Schwester.

Jenny Schmelz, die Ehefrau von Max, wurde am 25. Dezember 1895 in Liegnitz als Jenny Riesenfeld geboren. Sie hatte 1 Schwester. […]

Es ist nicht bekannt wann genau die kleine Familie nach Peitz zog; sicher ist jedoch, dass sie keine Kinder hatten. Max Schmelz wurde am 28. Juni 1922 als Eigentümer für das Grundstück Markt 8 eingetragen. Bevor die kleine Familie in das Gebäude zog, war es beinahe unbewohnbar. 1930 versah Max Schmelz das Gebäude mit Spritzputz. Er hatte die Geschäftsräume vergrößern, Mauern herausnehmen und Träger einziehen lassen. Außerdem hat er die Wohnungen im oberen Stockwerk ausgebaut, Öfen eingesetzt und elektrisches Licht legen lassen […] Max Schmelz beschäftige eine Angestellte. Peitzer Bürger erzählen, dass bedürftige Kunden regelmäßig anschreiben lassen durften. Karl Feltin aus Drehnow hat die Familie immer als ausgesprochen freundlich erlebt. Max Schmelz habe in seinem kleinen Bekleidungsgeschäft unter anderem auch wendische Trachten zu einem gutem Preis verkauft. So waren die Waren bei Schmelz billiger als anderswo, weswegen die Peitzer dort auch gerne einkaufen gingen. (ri)

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