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Partnerkommune Ochla 

Am 15. Februar 2000 wurde im Peitzer Festungsturm die Partnerschaft zwischen Drehnow und dem polnischen Ochla besiegelt. Die Zusammenarbeit soll, so heißt es in der Präambel der Urkunde, zu Frieden und Völkerverständigung beitragen. Die Partner verpflichten sich zu gegenseitiger Unterstützung in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Sport und Tourismus und wollen insbesondere die Kontakte zwischen den Jugendlichen fördern.  

Zustande kam diese Partnerschaft durch die Bemühungen der 1995 gegründeten "Ochelhermsdorfer Gruppe". Ochelhermsdorf ist der frühere deutsche Name des Dorfes Ochla, das heute zur Gemeinde Zielona Góra (Grünberg) gehört. Nach dem Krieg fanden viele Ochelhermsdorfer in Drehnow ein neues Zuhause. Die Gruppe arbeitet seit ihrem Bestehen eng mit den Gemeindevertretern und Einwohnern von Ochla zusammen und pflegt beispielhaft das deutsche Denkmal auf dem dortigen Friedhof.

Informationen über zur Gemeinde Ochla (Polen)

Der Ort Ochla mit 1.361 Einwohnern liegt südwestlich der Stadt Zielona Góra (Grünberg). Die Gemarkung von Ochla umfasst 2.446 Hektar. Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des Gebietes im 7./8. Jh. hin. 1305 wurde der Ort erstmalig urkundlich als Hermansdorf erwähnt. 1376 tritt die Bezeichnung Hermannivilla auf. Im 16./17. Jh. wird das Dorf auch Rodemannsdorf und später Ransdorf oder Romsdorf genannt.  

Der Ortsname deutet darauf hin, dass der Besitzer des Ortes Hermann hieß. Das Dorf liegt am Flüsschen Ochel. Die-ser Name könnte als ockel - als braun gefärbt - gedeutet werden. Tatsächlich ist das Wasser auf Grund des hohen Eisengehaltes bräunlich. Im Polnischen bedeutet ochel krumm. Auch diese Namensdeutung könnte zutreffen.

Da es im schlesischen Raum mehrere Orte mit der Bezeichnung Hermsdorf gab, benannte man dieses Dorf nach seinem Fluss als Ochelhermsdorf. Nach der Vertreibung der deutschen Einwohner durch die Rote Armee im Jahr 1945 bekam am 30. Juli Ochelhermsdorf den polnischen Namen Jerzmanow. Bereits am 12. Oktober 1946 wurde das Dorf wieder nach dem Fluss in Ochla umbenannt. Der Ort wurde in Nieder-, Mittel- und Oberdorf geteilt. Im Laufe der Zeit waren diese drei Ortsteile teilweise vereinigt und auch wieder getrennt worden. Erst 1909 kam es zur endgültigen Vereinigung. 

Die Einwohner lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft. Etwa ein Viertel der Bevölkerung arbeitete im 18. Jahrhundert in einem der fünf Güter. Neben der Landwirtschaft entwickelte sich dorftypisches Handwerk. An der Ochel existierten neun Mühlen. Seit der Reformation (in der Grünberger Gegend um 1525) bis 1945 war der überwiegende Teil der Bevölkerung evangelisch. Heute überwiegt die katholische Konfession.

Im Jahr 1945 wurden die Bewohner von Ochelhermsdorf vertrieben. Danach erfolgte eine Neubesiedlung durch polnische Familien, die vor allem ostwärts des Bug kamen und dort zwangsausgesiedelt wurden.

Bedeutendste Sehenswürdigkeit in Ochla ist das ethnographische Freilichtmuseum. Im Ort gibt es ein Forstinstitut, in dem Forstleute ausgebildet werden.

Engagement seit fünf Jahren: Die Ochelhermsdorfer Gruppe

Im April 1995 hat sich die Ochelhermsdorfer Gruppe gebildet. Seither haben die ehemaligen deutschen Einwohner Ochlas einen "Freundschaftsvertrag ohne Paragraphen mit Leben erfüllt", wie der ehemalige Drehnower Bürgermeister Fritz Kschammer deren Engagement auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Partnerschaftsschlusses würdigte. Aus dem herzlichen Verhältnis zu den Ochlaer Bürgern ging die offizielle Gemeindepartnerschaft hervor. Mit ihr soll der Kontakt über die Zeitläufe fortbestehen, denn "irgendwann wird es den letzten Ochelhermsdorfer geben", so Kschammer. Heute leben noch neun Ochelhermsdorfer in Drehnow, 67 im Amt Peitz. Ein großer Teil landete nach dem Krieg in Mecklenburg, viele wohnen in den alten Bundesländern, einige in Übersee.

In den 70er-Jahren schwächten sich die Kontakte nach Ochla wegen der Unruhen in Polen zwar ab, aber ganz abgerissen sind sie nie. 1994 rief eine Rentnerin aus Lübben in einem Brief, der im Schneeballsystem bundesweit verbreitet wurde, zu einem Treffen auf, das 1995 mit 170 Besuchern stattfand. Seit Beginn ihren Bestehens hat die Gruppe mit den Gemeindevertretern und Bürgern Ochlas zusammengearbeitet. Die bisherigen Begegnungen verliefen in freundschaftlicher und aufgeschlossener Atmosphäre. Alljährliche Höhepunkte sind die Pflanz- und Pflegeaktionen am Denkmal in Ochla, das 1996 auf dem Friedhof aus alten deutschen Grabsteinen errichtet und vom Peitzer Pfarrer Kurt Malk eingeweiht wurde, und die Heimatfeste.  

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