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Wappen der Gemeinde Drachhausen

Heraldische Beschreibung des Wappens 

Die Gemeinde Drachhausen im Landkreis Spree-Neiße führt im silbernen Schild einen steigenden, vierbeinigen, rotgezungten, schwarzen Drachen (Lindwurm), welcher in seiner linken Vorderkralle ein grünes Lindenblatt trägt. Das Drachenmotiv bezieht sich auf den Ortsnamen. In ihrer Gestalt ist die Wappenfigur dem bereits viele Jahrzehnte als Ortssymbol genutzten Drachenzeichen nachempfunden, welches auch der SV Drachhausen seit seiner Gündung 1913 auf seinen Trikots führt. Das Lindenblatt in der Klaue des Drachen verweist auf das sorbische Traditionsbewußtsein der Gemeinde. Es ist dem Zeichen der Domowina entlehnt, welches einen bewurzelten Lindensproß mit drei Blättern zeigt.                    

Die Entstehung des Wappens

Wappen von Drachhausen

In den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts machten die Drachhausener Sportler beim Geräteturnen und in der Leichtathletik weit über die Kreisgrenzen im damaligen Gau Brandenburgs nicht nur durch gute Leistungen auf sich aufmerksam. Sie trugen auf der Brust ein Wappen. Paul Pumpa, damaliger Schneider und Friseur, hatte auf einem äußerlichen runden weißen Aufnäher aus Stoff entsprechend dem Ortsnamen einen schwarzen Drachen entworfen und aufgestickt. Diese trugen seitdem unsere Sportler auf der Brust der Sportbekleidung. Als wir nach der Einheit Deutschlands diese Tradition fortsetzen wollten, wurde mir mitgeteilt, dass wir zum Tragen dieses Wappens keine Berechtigung hätten.

Die Stadt Peitz, ebenfalls seit vielen Jahrhunderten im Besitz eines Wappens, hatte damals die Prozedur für eine Genehmigung gerade abgeschlossen. So ein Wappen muß nach deutschem bürokratischem Recht deutschlandweit heraldisch geprüft und genehmigt werden. Auf die Erfahrungen der Peitzer aufbauend, wurden Beschlüsse gefaßt , Anträge gestellt, Unterlagen der fleißigen Drachhausener von damals herbeigebracht und eingereicht. Die Genehmigung für die damalige Form wurde nicht erteilt, da es schon in Deutschland Wappen mit der gleichen Figur gab.

Verschiedene abgewandelte aber durchaus ähnliche Drachenformen wurden uns vorgestellt. In der Gemeindevertretung haben wir dann eine Drachenform aus den Vorlagen zusammengestellt, die aber auch so keine Genehmigung fand. Es wurde nach weiteren Besonderheiten gefragt, und dass war für mich Anlaß, noch einmal nachzudenken. Besonderheiten haben wir Drachhausener doch allemal. Die slawische Herkunft unseres Ortes mit der sorbischen/wendischen Sprache und die Kultur in unserer Region, sind in Deutschland einmalig. Dazu gibt es das Wahrzeichen der sorbischen/wendischen Bevölkerung mit der Linde, geprägt durch das Lindenblatt. Mit den Zutun des Lindenblattes zu unserer vorgeschlagenen Drachenfigur, fand dann unser heutiges Wappen eine verhältnismäßig schnelle Zustimmung, aber mit dem bitteren Beigeschmack, 5.000,00 DM dafür bezahlen zu müssen. An dieser Stelle sei auch ein Dank an die Amtsverwaltung für Ihre Unterstützung gerichtet.

Die erste Prägung des neuen Wappens erfolgte für die Amtskette des Bürgermeisters. Übrigens wurde die Bürgermeisterkette von Bürgermeister, Fritz Woitow, privat bezahlt. Heute wird das Wappen auf Vereinskleidung, Fahnen, Wimpel, Visitenkarten, Anschreiben usw. genutzt und ist nicht Mehr wegzudenken. Ein Wappen, für einen Ort in der Größenordnung, ist bisher einmalig. An dieser Stelle sei auch ein großer Dank für den Ideenreichtum und die fleißige Arbeit unserer Vorfahren gerichtet, die Fundamente für unser heutiges Wappen, der Gemeinde Drachhausen, setzten.

Unter der Internetseite des Heraldikers Uwe Reipert (www.wappen-kunst.de) erfahren Sie weitere interessante Fakten unter Wappenportfolio/ Kommunalwappen.

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