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Geschichtliches der Gemeinde

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt vom 04.05.1504 als Hoen Drußow. Bereits 1506 ist Drochoßen, 1641 Drachausen, 1652 Drauchhaußen, 1765 Trachhausen und danach Drachhausen verzeichnet. Der sorb./wend. Name ochoz oder ochoza bedeutet „Umgang um ein zur Siedlungsrodung bestimmtes Waldstück“. Drachhausen unterstand vom 16. Jh. bis 1874 den Brandenburgischen Ämtern Cottbus bzw. Peitz. Die Landwirtschaft und auch die umliegenden großen Waldgebiete spielten für die Bewohner immer eine besondere Rolle. Die Nutzung der Früchte des Waldes, die Jagd und die Holzgewinnung waren stets eine Stütze des Lebens und der Dorfentwicklung. Eine Besonderheit liegt auch in der Struktur des Dorfes, die von weiträumig angelegten Grundstücken gekennzeichnet ist und einen deutlichen Zersiedlungscharakter aufweist. Bereits die Ureinwohner von Drachhausen waren Wenden/Sorben, die Sprache und Kultur war in all den Jahren stark verbreitet und konnte sich auch durch die Lage des Ortes so lange und selbständig halten. Erst nach 1960 bekam der Ort eine feste Straße von Cottbus.

Im Rahmen der Dorfentwicklung gab es Rückschläge, Brände oder die Folgen der Weltkriege mussten bewältigt werden. Die Entwicklungen brachten aber auch viele positive Dinge für die Bewohner und Lebensbedingungen verbesserten sich. Seit August 1891 hatte Drachhausen eine Telefonverbindung, ersten elektrischen Strom gab es ab 1922. Der Ort zählte 1973-1992 zum Kohleschutzgebiet, was Bauverbot und eine ungewisse Zukunft bedeuteten. Heute ist Drachhausen ein moderner und gepflegter Ort. 2003 entstand ein modernes Gemeindekulturzentrum, in dem sich auch der Jugendclub und das Museum „Kolasko“ befinden.

  

Die Legende vom Drachen

Wappentier der Drache

Mitten im Dorf wird man direkt durch das Wappentier von Drachhausen recht freundlich begrüßt. Der übergroße Drache wurde anlässlich der Wendischen Festtage 1998 aus Beton gebaut und am Dorfanger aufgestellt. Um diesen Drachen ranken sich zahlreiche Sagen und Erzählungen. Ursprünglich war geplant, dass der Gemeindearbeiter Wilhelm Ruhl für den Festumzug einen Drachen aus leichten Materialien baut. Nach einer schlaflosen Nacht kam er auf die Idee, den Drachen wie im Saurierpark in Klein Welka aus Beton und Eisen zu bauen. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister ging er nun mit dem Schlosser Manfred Lottra, der die Schweißarbeiten übernahm, in mühevoller Kleinarbeit und mit weiteren Helfern ans Werk. Dank Sach- und Geldspenden steht der Drache auf dem nachgestellten Dubrauer Berg in der Dorfmitte und dient als Symbol und Beschützer der Gemeinde. Der Dorfanger der Gemeinde ist durch einen Gebäudebestand aus der 2. Hälfte des 19. JH. geprägt.

 

Jugendfastnacht

sorbisches/wendisches Leben 

Die Pflege der sorbisch/wendischen Kultur ist für die Bewohner der zweisprachigen Gemeinde in besonderer Weise Herzenssache. Mit viel Engagement werden die Traditionen von den Einwohnern aller Altersgruppen gepflegt. In der Kita erlernen die Kinder die sorbische Sprache und erleben ganzjährig die sorbisch/wendischen Bräuche. Die Fastnacht, das Aufstellen des Pfingstbaumes und das Hahnrupfen sind nur einige Höhepunkte. Über die Region hinaus bekannt ist auch die Sorbische Theatergruppe, die jährlich ihre Programme in verschiedenen Orten aufführt. Szenen aus dem Leben der sorbisch/wendischen Bevölkerung wie z. B. die Geschichte des Wilddiebes Bagola werden geprobt und dann einem breiten Publikum vorgestellt.

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