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 Radweg „Peitzer Karpfentour“

Rundweg:  Beginn am historischen Rathaus; Streckenlänge: 25 km

Verlauf: Rathaus-Festungsturm-Plantagenweg-Um die halbe Stadt-Lindenstraße-Spreewaldstraße-Windmühle Turnow-Badesee Garkoschke-Am Hammergraben-Triftstraße-Siedlungsstraße-Triftstraße-Dammzollstraße-Hüttenwerk-Maustmühle-Teichweg-Mauster Dorfstraße-Mühlenweg-Maustmühle-zur Bahnlinie-Güterbahnhof Peitz/Ost-Querdamm-Hüttenwerk-Dammzollstraße-Schulstraße-Lutherplatz-Mauerstraße-Markt-Rathaus

„ ... Das Land herumb ist eben und meistentheils morastig, derhalben hat Marggraff Hanß von Cotbus her, zwischen Tämmen einen Canal auß der Spree bis Peitz geführet, der bringet der Vestung frisch Wasser, und ligen darauff stattliche Mühlen, und ein Eysenhammer, auff welchem durchs Jahr eine grosse Anzahl Eysen gemachet wird, und dann werden unterschiedene grosse Teiche mit Wasser darauß versehen, aus denen der Churfürst zu Brandeburg jährlich etliche tausent Thaler von Carpen einnimmet...“

So beschreibt der berühmte Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian (1593-1650) in seinem Buch „Beschreibung der Vornembsten und bekantisten Stätte und Plätz in dem hochlöblichsten Chur- Fürstenthum und March brandeburg; und dem Herzogthum Pommern“ die Peitzer Landschaft. Die „Karpfentour“ führt durch diese abwechslungsreiche historische Kulturlandschaft um Peitz und vermittelt Wissenswertes aus der Ortsgeschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die Fischerei und Karpfenzucht.

Folgen Sie bitte auf diesem etwa 25 km langen Rundweg einfach dem Karpfen in dessen Blickrichtung.

Als erste Station sei eine Besichtigung des Peitzer Festungsturmes (14./16. Jh.) empfohlen, in dem man Wissenswertes zur Person des Markgrafen Johann von Küstrin erfahren kann.  Der Markgraf war nicht nur Bauherr der Peitzer Festungsanlage sondern vermutlich auch der Begründer der Peitzer Karpfenzucht. Vom Dachreiter hat man einen herrlichen Ausblick auf Peitz und Umgebung.

In der Lindenstraße ist das Herrenhaus Luisenruh (1777) bemerkenswert. Das Gebiet südlich des Gutes war für die Festungsanlage strategisch sehr ungünstig. Eine Expertenkommission machte 1614 den Vorschlag, hier  in der Nähe des „Pawren Kirchhoff“ (Bauern Kirchhof) einen Teich anzulegen, der nicht nur zur Abwehr der Feinde sondern auch zur Karpfenzucht dienen sollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt. 

In der Nähe der alten Turnower Mühle von 1860 hat man einen schönen Blick über die Wiesenlandschaft des Vorspreewaldes. Zwischen den Flüssen Spree, Hammerstom und Malxe verlaufen noch zahlreiche Gräben, die fischereilich von der Gemeinschaft wendisch/sorbischer  Spreewaldfischer  genutzt werden.

Die Garkoschke ist ein Dünengebiet. In den 1970er Jahren wurden hier Sandmassen für den Bau des Peitzer Neubaugebietes entnommen. Es entstand ein naturnaher Badesee mit reichhaltigem Fischbestand.

Das Denkmalareal Hüttenwerk Peitz beherbergt Gastronomie,  den Fischereibetrieb sowie das Eisenhütten- und Fischereimuseum. Das Museum vermittelt Interessantes u.a. zur Thematik  Binnenfischerei.

Unmittelbar am Hüttenwerk beginnt der landschaftlich schönste Bereich der Tour, der sogenannte Maustmühlenweg. Auf der rechten Seite befinden sich der Hälterteich und der Neuendorfer Oberteich. Diese beiden Teiche zählen zu den größten Teichen in Deutschland. Hier wachsen die zweijährigen Satzkarpfen zu den beliebten Speisefischen heran. Auf der rechten Seite fließt der Hammergraben, auch Hammerstrom genannt. Dieser künstliche Spreearm dient zur Bewässerung der terrassenartig angelegten Teiche und versorgte darüber hinaus das Hüttenwerk und weitere Betriebe mit Wasserkraft. Außerdem findet man auf der rechten Seite mehrere kleinerer Teiche. Zwischen dem Hüttenwerk und der Maustmühle  informieren die Tafeln des Teichlehrpfades über die Teiche und die Fischzucht.

Die Maustmühle war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Betrieb. Ein neues Wasserrad sowie der Name der Gaststätte erinnern an die einstige Wassermühle.  Achtung! An der Maustmühle die Brücke überqueren und dann rechts abbiegen!

Zwischen der Maustmühle und dem Dorf Maust befinden sich weitere kleinere Teiche. In der Gemarkung von Teichland-Maust liegt der größte Teil der Peitzer Teiche. Hinter der Ortslage, wieder in Richtung Maustmühle, befindet sich auf der rechten Wegseite der Damm des Hammergrabens. Gut zu erkennen ist hier, dass der Kanal weit über dem Geländeniveau fließt. Links vom Weg erkennt man einen Erlenbruchwald, wie er bis weit ins 18. Jahrhundert typisch für die heutigen Wiesengebiete der Peitzer Gegend war. Achtung! An der Maustmühle die Brücke überqueren und dann rechts abbiegen! 

Am Güterbahnhof Peitz-Ost hat man einen guten Blick auf das Kraftwerk Jänschwalde.  Im Kraftwerk nutzt man das warme Wasser für die Fischzucht.  Landschaftlich reizvoll, aber unbefestigt ist der Querdamm.  Auf der rechten Seite befindet sich der Neuendorfer Oberteich mit einer Fläche von 222 ha. Er ist der größte Teich in Brandenburg. Links befindet sich der Hälterteich. Am Ende des Querdamms steht eine große Siloanlage für Getreide, welches als Fischfutter Verwendung findet.

Über die Dammzollstraße erreicht man die Peitzer Altstadt. Entlang der Dammzollstraße floss früher ein Kanal, der es ermöglichte, Wasser aus den Teichen zur Versorgung der Festungsgräben zu nutzen.

Achtung: kurze Streckenabschnitte der Tour verlaufen auf unbefestigten Wegen. Gegebenenfalls muss das Rad über kurze Distanzen geschoben werden. Besondere Vorsicht ist auf einem ca. 100 m langen sehr engen Gartenweg unmittelbar hinter dem Festungsturm walten zu lassen.

 
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