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Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

Mitten in der Tauersehen Forst, etwa zwei Kilometer westlich der Gemeinde Schönhöhe, lag das Blüchersche Gut. Blücher, ein berühmter und bekannter Feldherr, war die rechte Hand Friedrich des Großen. Die Ländereien des Gutes waren die der Feldmark Schönhöhe. Diese wurden von den Schmogrower Bauern in Frondienst bestellt. Da die Feldbestellung durch Schmogrower Ochsengespanne schwierig war, entschlossen sich Blücher, wie Friedrich der Große, Bauern aus anderen Ländern zu gewinnen. So schrieb Friedrich der Große nach Polen, Rußland, Tschechoslowakei und Serbien, um da ansässige Bauern zu gewinnen. Dies erreichte er, indem er jedem Bauer freies Holz zum Bauen, jedem 150 Taler, eine Kuh und ein Schwein, ferner Land und Wiesen zusicherte.
So entstanden im 18. Jahrhundert einige Dörfer wie Schönhöhe, Radewiese, Ottendorf, Fehrow, Burg und andere mehr. Mitten auf der Blücherschen Feldmark wurde mit dem Bau der Gemeinde, die nach Fertigstellung im Jahre 1752 den Namen Schönhöhe erhielt, begonnen.

Holz durften die Bauern, welche Forstarbeiter waren, unbeschränkt nach Hause holen. Da dies überhand genommen hatte, wurde später ein Holztag in der Woche freigegeben. Da auch dies überhand nahm, durfte später nur noch Holz geholt werden, welches abgebrochen war. Dann wurde Depotatholz abgegeben (für zwölf Tage ein Meter Brennholz), welches bis heute noch der Fall ist.

Im Jahre 1768 brach ein Großfeuer aus und vernichtete einen Teil des Dorfes. Im Jahre 1786 brach wiederum ein Großfeuer aus und legte einen großen Teil in Schutt und Asche. Da die Gebäude aus Holzfachwerk bestanden und mit Stroh gedeckt waren, fanden die Flammen Nahrung und das Feuer dehnte sich sehr schnell aus. Da das Wasser sehr knapp war, konnte keine Rettung erfolgen. Der dritte Großbrand war im Jahre 1836. Dann brannte der Rest der alten Gebäude nieder und ein Teil der neugebauten Häuser. Dieses Feuer wurde ausgelöst durch Unvorsichtigkeit der Bäuerin Sinula. Nach diesem Brand herrschte im Dorf große Not. Die Wasserversorgung im Dorf war sehr schlecht. Am Westende im Laug (Senke) war ein Brunnen, desgleichen einer am Ostende im Laug. Dort holten die Bewohner ihr Wasser für den eigener Bedarf und das Vieh. Dieses wurde mit dem
Handkarren, sowie mit der Trage nach Hause geholt. Erst Ende des 19.Jahrhunderts wurden die ersten Pumpen auf den Höfen installiert.

Bei den Großbränden ist auch die Gastwirtschaft mit den Nebengebäuden den Flammen zum Opfer gefallen. Daraufhin wurde die Wirtschaft mit Tanzlokal am Ostende aufgebaut. Leider wurde diese nach dem 2. Weltkrieg geschlossen, so dass Alt und Jung das Tanzbein hier im Dorf nicht mehr schwingen konnten.

Im Westende des Dorfes befand sich die Schule, dort ist jetzt der Gemeinnützige Bildungsverein Guben (GBV) untergebracht. Der Lehrer Sehgert unterrichtete die Kinder nur in Sorbischen. Der Deutschunterricht wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert eingeführt.

Der Friedhof war am Westende des Dorfes am angrenzenden Wald. Ende des 18. Jahrhunderts wurde er auf das Ostende verlegt.

Diese Angaben machte ein Bauer aus Schönhöhe, welcher die Chronik studiert hat. Sie sind nach bestem Wissen und wahrheitsgetreu niedergeschrieben worden.

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