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Das Peitzer Fischerfest 

Anfang der 50er Jahre wurde die Idee geboren, die Peitzer Karpfenzucht symbolisch mit einem Fischerfest zu verbinden. 1954 beteiligten sich Betriebe der Stadt mit festlich geschmückten Wagen an einem Umzug durch die Straßen hin zum Hälterteich. Dieses erste Fischerfest wurde mit einem Feuerwerk abgeschlossen. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zum größten Volksfest der Region, das alljährlich von Zehntausenden besucht wird.

Festumzug zum 55. Fischerfest

Das Fischerfest findet traditionell an jedem 2. Augustwochenende statt. Es beginnt freitags mit dem Fußballturnier und dem abendlichen Anfischen am Teufelsteich. Die Besucher können schätzen, wie viele Kilogramm Fisch die Fischer mit dem Netz aus dem Wasser ziehen. Wer die Kilozahl richtig angibt oder ihr am nächsten kommt, kann einen schwergewichtigen Karpfen gewinnen. Spaßig wird es Sonnabendmittag beim Fischerstechen. Immer zwei Mannschaften kämpfen in Kähnen gegeneinander. Ziel ist es, den gegnerischen Stecher von seinem Podest ins Wasser zu stoßen. Seit einigen Jahren gehört auch noch der Montag zum Fest, der als "Familientag" gefeiert wird. Viele Programme für Kinder runden das Fest ab, die Schausteller fahren zu reduzierten Preisen.

Fischerfest Platz

Fischspezialitäten für Feinschmecker werden im Fischzelt angeboten. Selbstverständlich kommt die Unterhaltung nicht zu kurz: Rummel, Frühschoppen mit Blasmusik, Turnier-Angeln, Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sind nur einige Attraktionen. Beliebt sind auch Kahnfahrten auf den Teichen. Ganztägig ist die Besichtigung des Peitzer Festungsturmes und des Hüttenmuseums - am Fischerfest-Sonnabend mit Schaugießen - möglich.

 

Geschichtliche Fakten

Die Geschichte der Stadt Peitz ist eng mit der Fischzucht verbunden. Bereits im Jahre 1556 wurden die größten Karpfenteiche angelegt. Das größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands hat eine Fläche von ca. 1.000 ha (reine Wasserfläche: ca. 750 ha). Der über 400 Jahre alte Hammerstrom sorgt für die Bewässerung der Karpfenteiche.

Im 16. Jahrhundert kostete ein Pfund Karpfenfleisch genauso viel wie sechs Pfund Schweine- oder neun Pfund Schafsfleisch. Unerschwinglich waren diese Preise für die arme Land- und Stadtbevölkerung. In den Klöstern dagegen waren Karpfen eine beliebte Fastenspeise. Großer Beliebtheit erfreute sich der Fisch auch bei Grafen und Fürsten.

Jamus Dubryrius sammelte die damaligen Fischereikenntnisse in seinem Lehrbuch, das im Jahre 1547 in Breslau erschien. Es war das erste Fischereilehrbuch.

Anfischen am Teufelsteich

Ab 1565 verwaltete ein Fischmeister die fischereiwirtschaftlichen Angelegenheiten. Um Fischdiebstahl zu vermeiden, wurden oft die Soldaten der Festungsgarde zur Wache herangezogen. Der Festungskommandant erhielt in dieser Zeit neben seinem festen Gehalt und Naturalien 2 Schock Karpfen und 4 Zober Kleinfische im Jahr.

Bis zum 18. Jahrhundert gehörten die Teiche bei Peitz, Lakoma und Bärenbrück zum Amt Peitz, danach zum Amt Cottbus. Im 7-jährigen Krieg (1756-1763) entstanden die bis dahin größten Zerstörungen der Fischbestände. Österreicher und Kroaten plünderten die Teichanlagen und vernichteten die Brutbestände. Die Schäden konnten nach Kriegsende nur mühsam behoben werden.

Den Fischereibetrieb mit seiner heutigen Bedeutung begründete aber erst Amtsrat Karl Kuhnert um 1880, der seit dieser Zeit Pächter der Teiche war. Im Jahre 1897 präsentierte er auf der Deutschen Fischereiausstellung in Kiel seine neu gezüchtete und geschützte Fischsorte "Peitzer Karpfen" und erhielt dafür die Goldene Staatsmedaille und den Ehrenpreis des Landwirtschaftsministers.

Sinnlos zerstört wurden die Teichanlagen, Wehrbauten und Gräben im April 1945 kurz vor Einmarsch der Roten Armee.

 







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