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Der Bärenbrücker Glockenturm

 

Bärenbrück hat ein neues Wahrzeichen

Feierliche Einweihung des Glockenturmes im Ortsteil Bärenbrück

So viele erwartungsfrohe Menschen hat die Ortsmitte von Bärenbrück lange nicht gesehen. Am Sonntag, dem 10.07.2005 fand ab 14.00 Uhr die feierliche Einweihung des neu errichteten Glockenturmes mit der aus der Groß Lieskower Kirche stammenden, fast 80 Jahre alten Glocke statt.

Bei herrlichem Sommerwetter wurde die Veranstaltung durch die Blaskapelle des Gaglower Karnevalvereins e. V. „Die fidelen Gaglower` und dem Frauenchor Heinersbrück eröffnet, die mit Stücken aus ihrem Repertoire die zahlreich erschienenen Besucher einstimmten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Teichland, Herr Geissler, erläuterte in seiner Festrede die Errichtung des Glockenturmes von der Idee, die im Sommer 2004 im Kirchenrat Heinersbrück geboren wurde, bis zur Vollendung des Vorhabens. Er würdigte das Bauwerk als neues Wahrzeichen in der Gemeinde Teichland. Ein Wahrzeichen, das die heutigen und kommenden Generationen auch an den ehemaligen Ort Groß Lieskow erinnert, der durch den fortschreitenden Tagebau Cottbus-Nord bereits vor Jahren verschwand.

Der Bürgermeister dankte den Bürgern, den beteiligten Unternehmen und Sponsoren für die Unterstützung des Vorhabens durch Geldspenden und Sachleistungen. Besonderen Dank sprach er den Mitgliedern der im September 2004 gebildeten Arbeitsgruppe “Glockenturm” aus.

Herrn Neuber (Ortsbürgermeister; Bärenbrück), Herrn Hoblisch (Gemeindevertreter), Herrn Groch (Bauamt Peitz), Frau Schroeckh (Vattenfall Europe Mining AG), Herrn John (Planungs- und Ingenieurbüro), Herrn Simmula (Vertreter Gemeindekirchenrat Heinersbrück) sowie Herrn Matuschka (Bauunternehmer).

In dem kurzen Zeitraum vom 25.05.2005 bis 09.07.2005 wurden der neue Glockenturm einschließlich Glockenstuhl mit der eingehangenen Glocke aus Groß Lieskow und die Außenanlagen durch im Territorium ansässige Firmen erstellt:

- Gründungs- und Stahlbetonarbeiten - Baugeschäft Matuschka GmbH, Cottbus

- Turm- und Dachtragwerk, Gerüsterstellung -Dachdeckungs- und Dachklempnerarbeiten

- Firma Fritz-Johann Schomber, Peitz

- Metall- und Kunstschmiedearbeiten

- Fa. Arno Schmidtchen, Groß Gastrose

- Elektroinstallations- und Blitzschutzarbeiten

- elmak GmbH, Peitz

- Glockenstuhl- und Läuteanlage   Gebr. Marx GmbH, NL Finsterwalde

- Leitungsumverlegungen - GeWAP, Peitz

- Gestaltung Außenanlagen - Heiner GmbH, Tauer

- Bereitstellung und Einbau Findling - Vattenfall Europe Mining AG

- Die Objektplanung, statische Berechnung, Bauüberwachung. Bauleitung erfolgte durch Herrn Dipl.-Ing. G. John vom gleichnamigen Plannungs- und Ingenieurbüro aus dem OT Neuendorf.

Ein Gutachten für die vorhandene Glocke und deren einwandfreien Zustand wurde durch den Kantor und Glockensachverständigen Herrn Rißler aus Oderwitz erstellt.

Hervorzuheben ist die ausnahmslos sehr gute Qualität der Arbeiten und die Termintreue der beauftragten Firmen, wobei es manche Wetterkapriolen in den Tagen vor der Einweihung des Turmes auszugleichen galt.

Nach erneuten Auftritten der Blaskapelle und des Frauenchores [„Gott gib Frieden", „Gern denke ich zurück" und in sorbischer Sprache „Doma rednje jo"(In der Heimat ist es schön)] durchschnitten Herr Geissler und Herr John ein Band, welches den Glockenturm als Bauwerk freigabDurch Herrn Hoblisch, Gemeindevertreter und Herrn Neuber, Ortsbürgermeister wurde dann eine auf einem großen Findling aufgebrachte Metalltafel enthüllt, die den Glockenspruch enthält:

„DIE LEBENDEN RUF ICH ZUR ANDACHT HERZU, DEN TOTEN LAEUTE ICH FRIEDEN UND RUH, MENSCHEN KOMMEN UND GEHN, GOTT BLEIBT BESTEHN"

In den Grußworten der weiteren Redner, des Amtsdirektors Dr. G. Odendahl, von Herrn Gutzeit, dem Sohn des letzten Pfarrers von Groß Lieskow, und auch in der Rede von Herrn Pfarrer Sucker war neben der Würdigung des Ereignisses und neben den Dankesworten an alle Beteiligten vor allem der Wunsch und die Hoffnung auf ein Läuten der Glocke in immer friedlichen Zeiten und zu freudigen Anlässen zu hören. Zu den Worten des Vertreters des Gemeindekirchenrates von Heinersbrück, Herrn Simmula erklang nun nach 23 Jahren wieder die Glocke aus der Groß Lieskower Kirche, jetzt im Glockenturm von Bärenbrüsk. Dieser Augenblick rief bei vielen Anwesenden alte Erinnerungen hervor und bildete den feierlichen Höhepunkt dieses Nachmittags.

Im Anschluss fand unweit des Turmes am Gemeindehaus! Feuerwehrgebäude ein gemütliches Beisammensein der Besucher statt. Bei Kaffee und Kuchen, für den viele Bärenbrüsker Frauen gesorgt hatten, wurden herzliche Gespräche geführt, Erinnerungen ausgetauscht und neue Bekanntschaften geschlossen. Der Wirt des Ortes, Herr Starosta, ließ es sich nicht nehmen, zum Gelingen der geselligen Runde mit einem Fass Freibier beizutragen.

(Text J. Groch)

 

Zur Geschichte der Glocke

Die Glocke wurde 1926 durch die Fa. Schilling in Apolda gegossen.

Glockengewicht: 320 kg, Material: Bronzeguss

Glockenhöhe: 655 mm, unterer Glockendurchmesser: 853 mm

Die Glocke war bis 1942 eine der drei Glocken in der Kirche von Groß Lieskow. Zum Ppfarrsprengel gehörten die Orte: Tranitz, Groß Lieskow, Schlichow, Grötsch, Heinersbrück, Klinge und Bärenbrück.

Die Glocke war bis 1982 in der Kirche von Groß Lieskow. Infolge der Abbaggerungen des Tagebaus wurde die Glocke 1982 ausgebaut und nach Cottbus in die Klosterkirche gebracht, wo sie bis 2000 gelagert wurde.

Die Kirche Groß Lieskow wurde 1982 gesprengt.

Im Jahr 2000 wurde die Glocke der Kirchengemeinde Heinersbrück übergeben und bis zum Einbau auf dem neuen Glockenturm in der dortigen Kirche aufgestellt.

Am 28.06.2005 wurde die Glocke in den Glockenstuhl des neuen Bärenbrücker Turmes eingehoben. Sie erklang wieder am 10.07.2005.

(Text G. John)

 

 

 
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