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Das Leben auf dem Dorfe im 17./18. Jh. 

Das Leben in unserem Dorf schrieb seine eigene Geschichte, die hier, auch manchmal mit einem Augenzwinkern, vorgestellt werden soll.

Über das Leben im Dorfe im 17. und 18. Jahrhundert geben Auszüge aus den Kirchenbüchern und "aus den vornehmsten Königlichen Preußischen Edikten und Verordnungen der Chur=Marck Brandenburg" Aufschluss:

Nahrungserwerb der Dorfbewohner

Die Hauptbeschäftigung der Sorben war von Anfang an die Landwirtschaft. Ihre eisernen Sicheln unterschieden sich nicht wesentlich von den heutigen. Die Bewohner bauten Roggen, Gerste, Hirse, Erbsen und Flachs an.

Sie züchteten Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Geflügel. Zu dem Jagdwild gehörten Bison, Elentier, Hirsch, Reh, Wildschein und Biber. Eine gute Ergänzung ihrer Nahrung lieferten die Fische, die im nahegelegenen Pastling und Kalpenz gefangen wurden.

Quelle: Chronik der Gemeinde Drewitz Fischer/Dabo

Alkoholgenuss

Leider fehlte es auch oft in den vergangenen Jahrhunderten an der Lust zur Arbeit. Die Dorfschenke, die eine eigene Bierbrauerei und Kornbrennerei besaß, verlockte so manchen Bauer zu ihrem all zu reichen Besuch.

Die vielen Klagen über das "Saufen" liest man da allzu oft:

Im Kirchenbuch ist vermerkt - "23.10.1806 wurde Johann George Klows, Bauer in Drewitz von der Kornsaufe gestorben ist in stille beerdigt."

Am 19.Februar 1845 wurden im Bereich der Superintendur Cottbus sämtliche "Trunkenbolde" ermittelt.

Von der Kanzel in der Kirche mussten sie öffentlich in jeder Gemeinde angeprangert werden. In Drewitz waren es 13 Bürger.

Quelle: Chronik der Gemeinde Drewitz Fischer/Dabo

Edikte des Königs

Edikt vom 4.10. 1690

"Sabbaths=Feyer:

Alles das jenige wodurch der Gottes=Dienst, welcher fürmlich auf diesen Tag sowohl öffentlich, durch Anhörung des Wortes Gottes, Singen und Beten, als auch in den Häusern durch allerhand christliche Übungen gepfleget werden muß, gehindert und zurück gesetzt wird, soll abgeschafft, und zu dem Ende alle Gewerbe und Handthierungen eingestellet, die Kram=buden geschlossen, keine Märckte gehalten, noch auch sonst einige Eß= und Trinck=Waaren, ehe und bevor Nachmittags die Glocke fünff geschlagen, verkaufet werden. In den Wein=Bier=Zunfft=Häusern und wo Wein und Brandtwein geschenket wird, sollen keine Gäste gesetzet werden."

Edikt vom 16.12.1702

"Das Schießen bey den Hochzeiten soll nicht geduldet werden. Auf dem Lande sollen die Hochzeiten nicht länger denn zwey Tage, und die Kind=Tauffen nur einen Tag gehalten werden, damit die jungen Eheleute und Wirthe nicht alles verzehren, und in Armuth geraten."

Edikt vom 19.11.1711

"Biergäste sollen des Sonntags auch nach geendigtem Gottes=Dienst nicht gesetzt werden, bey 1 Thlr. Straffe an die Armen=Casse."

Edikt vom 16.12.1702

"Die unützen Täntze an Sonn= und Fest=Tagen um den Johannis=Baum, auch vor den Schencken und Krügen, sollen gar nicht mehr geduldet, sondern gänzlich abgeschaffet werden."

Edikt vom 24.01. 1719

"Niemand, es sey wer es wolle, soll bey Abend=Zeit, wenn es schon dunkel, so wenig vor, als an den heiligen Tagen, als Weynachten, und andern Fest=Tagen, im gleichen bey Hochzeiten, Kindtaufen und Gelagen, auch sonst, bey Vermeidung 50. Rthlr. Fiscalischer Straffe, einiges Gewehr lösen"

Edikt vom 16.12 1702

"Das Spinnengehen wird streng verboten, weil die Unzucht überhand nahm.

Das Bettlerunwesen sollte beseitigt werden. Die Gassen=Meister mussten sämtliche Vaganten festnehmen und bestrafen.

Außereheliche Kinder

Scharf angeprangert wurden junge Mädchen und Frauen, die außereheliche Kinder zur Welt brachten. Sie wurden Huren und deren Kinder Hurenkinder genannt. In den Kirchenbüchern wurden diese mit Kirchenstrafen geahndeten Fehltritte besonders erwähnt:

Eintragung im Kirchenbuch:

"Den 24.09.1734 ist geboren Hanns, Annen Drosnin ihr Sohn. Der Vater ist Paul Schultze von Drewitz, ein Soldat, welcher sie im Drewitzschen Kruge zu Falle gebracht." "Am 25.09.1779 wurde copuliert Hans Wenzk aus Merzdorf und Hanna Kreuzin aus Radewiese welche sich vorher fleischlich vermischt hatten."

 

Quelle: Chronik der Gemeinde Drewitz Fischer/Dabo
Bitte beachten Sie, dass die Rechtschreibung sich in den Jahrhunderten geändert hat.

 

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