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Schönhöhe im 19. Jahrhundert

 

Schönhöhe im 19. Jahrhundert

Als die Gemeinde Schönhöhe (sorbisch Sejnejda) 1852 100 Jahre alt wurde, hatten die Bewohner wohl wenig Anlass zum Feiern. Die Lebensverhältnisse in der Niederlausitz hatten sich nach 1840 weiter verschlechtert. Die Hoffnung, dass sich durch bessere Ernte die Lage verbessern würde, erfüllte sich nicht. Der Mangel an Brotkorn, Kartoffeln und Futter wurde vor allem in den ärmeren Sichten spürbar.

Der Winter 1844/45 war so streng, dass noch zu Ostern am 23. März eine geschlossene Schneedecke vorhanden war. Im Sommer ließ andauernde Hitze den Roggen reifen, ehe sich die Körner entwickeln konnten. Vielerorts wurde nicht einmal die Aussaatmenge geerntet. Im Spätsommer kam noch eine trockene Kartoffelfäule hinzu, die die „Erdäpfel" schon in der Erde befiel und ungenießbar machte.

Das Land ernährte seine Bewohner nicht mehr. Dazu kam ein Anwachsen der Bevölkerung auf dem Lande. Eine Familie mit vier bis zehn Kindern war durchaus nomal. Da sich die Lebensverhältnisse auch nicht nach den Revolutionsjahren 1847/48 verbesserten, wanderten bis 1900 etwa 5.000 Sorben/Wenden nach Übersee aus. Die Sehnsucht nach sozialer und oft auch geistiger Freiheit trieb sie in die „Neue Welt", nach Australien, Texas, Nebraska und weitere Staaten der USA, Kanada, Südafrika und Südamerika.

Im „Historischen Ortslexikon für die Niederlausitz" weist Rudolf Lehmann für Schönhöhe

- 4 Auswanderer 1854 nach Australien und 1864 nach 3 Kanada und 5 Erwachsenen und 10 Kinder in die USA aus.

Im Frühjahr 1881 muss es in Schönhöhe einen größeren Dorfbrand gegeben haben. Die Bramborske Nowiny (1880/85) - Nachfolger des Bramborski Serbski Casnik (1848/1880) -schreiben am 1. September 1881: Für unsere Abgebrannten haben weiter gespendet: die Bürger mit ihrem Pfarrer Korreng 38 Mark und 35 Pfenning und verschiedene Kleidung, die Klein Ossniger Schulkinder fünf Mark, Herr Bramer aus Werben drei Mark, Herr Paulisch aus Auras und seine Gemeinde sechs Mark, 30 Pfennige. (wj) 

 

 

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